Wie erobert man (Wähler-)Herzen?

Jul 29th, 2008 | By Janine | Category: Politik/Medien

Eine Riesendiskussion. Darf Barack Obama vorm Brandenburger Tor reden? Darf die Bundeskanzlerin einen “nur” Präsidentschaftskandidaten treffen? Viel spannender ist doch die Frage, warum Obama und sein Team im Ausland Wahlkampf machen und ob das nun der richtige Weg ist? Die Antwort werden wir erst nach den Präsidentschaftswahlen kennen. Aber nachdenken ist schon jetzt erlaubt.

Nehmen wir doch nur mal an, ich möchte das Herz eines Menschen erobern – denn nichts anderes ist es, Wählerstimmen zu bekommen. Also, mein Angebeteter ist skeptisch, kann sich vielleicht nicht entscheiden (Wechselwähler) und unsicher. Er hat Sorgen, macht sich Gedanken ob er mit mir die Zukunft teilen möchte, in guten und in schlechten Zeiten. Was Obama jetzt gerade macht, ist seinen potentiellen Wählern zu zeigen, wie beliebt er doch bei anderen ist. Wie strahlend und wie viele gute Kontakte er doch mit anderen Händeschüttelnden Politikern im Ausland hat. Das ist mit Sicherheit kein schlechter Schachzug, zum einen, weil Außenpolitiker (wie zum Beispiel unser Außemminster Steinmeier) immer die höchsten Beliebtheitswerte bei Politikern haben, zum anderen deshalb, weil man sich denkt, wen andere toll finden, der kann ja per se gar nicht schlecht sein.

Streng nach dem Motto: Sieht mich der Mann meiner Träume umringt mit tollen Menschen, dann unterstellt er mir, beliebt zu sein und das macht mich für ihn interessant.

Nur habe ich damit je ein Herz wirklich erobert? Ich denke nein. Letztendlich möchte ich doch jemandem, der meine Hand schüttelt, der mir eine Rede hält und der mir unsere gemeinsame Zukunft erklärt. Und da kann ich noch soviele Hände der anderen schütteln, meine ist mir immer am wichtigsten.

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