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Münchner Medientage – Bei (Un)Zufriedenheit Geld zurück

Neulich speiste ich in meinem Lieblingsrestaurant, dem Henssler und Henssler in Hamburg und war mit der Qualität des Essens sehr zufrieden. Ich bezahlte und ging glückselig nach Hause. Man stelle sich vor, ich wäre aufgestanden, und hätte mein Geld wegen Zufriedenheit zurück gefordert. So möchten es die Münchner Medientage.

Bei den diesjährigen Medientagen-München, die vom 29. bis zum 31- Oktober in der bayrischen Landeshauptstadt stattfinden, geht es um das Thema “Werbewelt im Wandel”. Ein durchaus interessantes Thema. Dachte ich. Und hatte vor darüber bei LYCOS.de zu berichten. Zumal wir auch noch mit Oliver Wagner und Thomas Dominikowski zwei Refernten stellen. Also habe ich mich mit meinem Journalisten Ausweis vom DJV bei dieser Veranstaltung akkreditieren wollen. Große Begeisterung schlug mir am Telefon entgegen. Gerne, sie würden sich freuen. Hieß es. Also füllte ich fleißig den dazugehörigen Antrag aus und wartete auf eine Bestätigung. Die kam auch prompt per Post. Man teilte mir mit, meiner Akredditierung könnte nicht stattgegeben werden. Gerne könnte ich ein Ticket kaufen um die Veranstaltung zu besuchen. Das war der Punkt wo der Titel meiner Tage feststand: “Stimmungswelt im Wandel”. Als Freundin des Dialoges rief ich dann bei der Dame des Pressezentrums, Katy Freitag, an. Und bekam ein großzügiges Angebot: Ich soll erstmal bezahlen, und wenn ich dann darüber (am liebsten positiv) berichte, dann bekomme ich mein Geld zurück.

“Werbewelt im Wandel”. Wir erinnern uns. Der Titel der diesjährigen Medientage. Hieß eine beliebte Marketingbotschaft früher: bei Unzufriedenheit Geld zurück, heißt es nach dem Wandel in der Welt der Medientage-München: bei Zufriedenheit Geld zurück. Sollte sich die Welt im Sinne des Veranstalters wandeln, müsste ich also in Zukunft in meinem Lieblingsrestaurant vor Erhalt der Leistung bezahlen, und wenn das Essen mir besonders gut schmeckt, bekomme ich mein Geld zurück. Als wirtschaftlich denkender Mensch, der zumindest Vater Henssler auf jeden Fall ist, würde er seinen Sohn also anhalten, möglichst schlecht zu kochen, damit er sein Geld behalten darf. Leider würde dass aber nur kurzfristig Sinn machen, dann ich würde das Restaurant ja nie wieder betreten. Hm. Zumindest dieser Wandel macht also keinen Sinn.

Wohin kommt man also, wenn ein Veranstalter einen Journalisten vorab bezahlen lässt, und dann den Bericht abnimmt, um das Geld zurück zu zahlen? Mit Journalismus und redaktioneller Freiheit hat das nichts mehr zu tun. Wer sich auf so etwas einlässt, hat meiner Meinung nach den Pressekodex nicht verstanden. Ich bin, wie viele wissen, eine Journalismus Romantikerin. Diese Weltansicht wird sich zumindest bei mir nicht wandeln.